Amazon AWS: KI-Dienste sollen laut CEO Andy Jassy rund 15 Milliarden Dollar Umsatz erzielen

Amazon-Chef Andy Jassy hat laut übereinstimmenden Medienberichten vom April 2026 angekündigt, dass die KI-bezogenen Dienste des Cloud-Geschäfts AWS im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 15 Milliarden US-Dollar erzielen sollen. Die Aussage soll im jährlichen Brief an die Aktionäre gefallen sein, in dem Jassy die umfangreichen Investitionen des Konzerns in Rechenzentren und KI-Infrastruktur erläutert.

Eine eigenständige Bestätigung dieser Zahl durch ein separates Investor-Relations-Dokument oder eine offizielle Börsenmeldung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor. Die Angabe basiert auf Medienberichten, die sich auf den Aktionärsbrief beziehen.

Druck durch hohe Investitionen in KI-Infrastruktur

Amazon hat in den vergangenen Quartalen erhebliche Summen in den Ausbau seiner Cloud-Infrastruktur investiert. Dazu zählen neue Rechenzentren sowie die Entwicklung eigener KI-Chips wie Trainium und Inferentia. Diese Investitionen gelten als zentraler Bestandteil der langfristigen Strategie im Wettbewerb um KI-gestützte Cloud-Dienste.

Analysten und Investoren hatten zuletzt verstärkt hinterfragt, wann sich diese Ausgaben in messbaren Umsätzen niederschlagen. Die nun genannte Zielgröße von 15 Milliarden US-Dollar könnte als Signal gewertet werden, dass AWS in diesem Bereich zunehmend wirtschaftliche Relevanz erreicht.

Gleichzeitig handelt es sich dabei nach aktuellem Stand um eine unternehmensinterne Prognose. Es liegen keine testierten Zahlen oder abgeschlossenen Geschäftsergebnisse vor, die diese Angabe unabhängig bestätigen.

Einordnung im Kontext der AWS-Umsätze

Zum Vergleich: AWS erzielte im Gesamtjahr 2024 einen Umsatz von rund 107 Milliarden US-Dollar. Sollte der KI-Anteil im Jahr 2026 tatsächlich bei etwa 15 Milliarden US-Dollar liegen, würde dies ein bedeutendes Teilsegment darstellen.

Bislang weist Amazon Umsätze aus KI-Diensten jedoch nicht separat in seinen Quartalsberichten aus. Unklar bleibt daher, wie sich die genannte Zahl konkret zusammensetzt und welche Dienstleistungen darunter fallen.

Nach der aktuellen Berichterstattung lässt Jassy offen, welcher Anteil auf generative KI entfällt und wie viel auf klassische Machine-Learning-Dienste innerhalb der AWS-Plattform zurückzuführen ist.

Wettbewerb mit Microsoft und Google

Die Kommunikation erfolgt vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs im Cloud- und KI-Sektor. Microsoft hat mit seinen Azure-OpenAI-Diensten sowie Google mit der Vertex-AI-Plattform bereits konkrete Wachstumszahlen im KI-Bereich veröffentlicht.

Amazon steht damit unter zunehmendem Druck, die Wirtschaftlichkeit seiner Investitionen in KI und Cloud-Infrastruktur sichtbar zu machen. Die genannte Umsatzprognose kann daher auch als Signal an den Kapitalmarkt interpretiert werden.

Ausblick auf kommende Quartalszahlen

Ob Amazon die KI-Umsätze künftig als eigenständige Kennzahl ausweisen wird, ist derzeit offen. Investoren dürften in den kommenden Quartalsberichten verstärkt auf entsprechende Details achten.

Der nächste reguläre Quartalsbericht des Unternehmens, der weitere Einblicke liefern könnte, wird für Mai 2026 erwartet. Erst dann dürfte sich zeigen, in welchem Umfang sich die Investitionen in KI-Dienste bereits konkret in den Geschäftszahlen niederschlagen.