Canonical hat Ubuntu 26.04 LTS am 23. April 2026 unter dem Codenamen „Resolute Raccoon“ veröffentlicht. Die Version ist die elfte LTS-Ausgabe von Ubuntu und soll als stabile Grundlage für Desktops, Server, Cloud-Instanzen, Edge-Systeme und KI-Workloads dienen. Wie bei LTS-Versionen üblich steht langfristige Wartbarkeit im Mittelpunkt; über Ubuntu Pro und den Legacy-Zusatz kann die kommerzielle Sicherheitsabdeckung für LTS-Versionen insgesamt auf bis zu 15 Jahre erweitert werden.
Sicherheit steht im Vordergrund
Canonical stellt bei Ubuntu 26.04 LTS vor allem Resilienz und Unternehmenssicherheit heraus. Dazu gehören TPM-gestützte vollständige Festplattenverschlüsselung, verbesserte Berechtigungsprompts und Rust-basierte Systemkomponenten. Laut Canonical ist 26.04 LTS die erste LTS-Version, die den Anteil speichersicherer Systembausteine deutlich ausweitet. Dazu zählen neue Kernel-Treiber und Subsysteme in Rust sowie sudo-rs und uutils coreutils als speichersichere Neuimplementierungen zentraler Werkzeuge.
Die TPM-gestützte Verschlüsselung ist nun allgemein im Ubuntu-Installer verfügbar. Sie bindet die Festplattenverschlüsselung an die Hardware des Geräts und soll Angriffe mit physischem Zugriff erschweren. Für Unternehmen ist außerdem die Integration von Landscape in den Desktop-Installer wichtig, weil Workstations damit einfacher in bestehende Verwaltungsstrukturen eingebunden werden können.
CUDA, ROCm und Hardwareunterstützung
Ein großer Teil der Veröffentlichung richtet sich an Entwickler und Organisationen, die KI- und Machine-Learning-Workloads betreiben. Ubuntu 26.04 LTS verteilt NVIDIA CUDA erstmals nativ über die offiziellen Repositories. Auch AMD ROCm ist jetzt in den Ubuntu-Repositories verfügbar. Damit wird der Aufbau von KI-Umgebungen auf NVIDIA- und AMD-Hardware weniger abhängig von manuellen Drittanbieter-Installationen.
Canonical nennt außerdem Unterstützung für Intel Core Ultra Series 3 alias Panther Lake, Optimierungen für Intel Xe3-Grafik und die integrierte NPU sowie vollständige Unterstützung des RISC-V-Basisstandards RVA23. Für vertrauliche Workloads liefert Ubuntu 26.04 LTS sowohl Gast- als auch Host-Unterstützung für Confidential Computing auf Intel Trust Domain Extensions und AMD SEV.
Linux 7.0 und Wayland als Standard
Ubuntu 26.04 LTS basiert laut Canonical auf Linux 7.0. Die Version bringt zudem die aktuelle GNOME-Desktopumgebung und schließt den Wechsel zu Wayland als Standard ab. Canonical verspricht dadurch flüssigere Darstellung, bessere Skalierung pro Monitor, native Touch- und Gestenunterstützung sowie eine bessere Grundlage für aktuelle NVIDIA-Produktionsdriver.
Für industrielle und eingebettete Systeme integriert Ubuntu 26.04 LTS den IgH EtherCAT Master und einen Generic-Ethernet-Treiber in den Kernel. Das ist für Motion-Control-Systeme, Robotik und Fabrikautomatisierung relevant, weil EtherCAT dort für präzise Echtzeitkommunikation eingesetzt wird.
Warum diese LTS-Version wichtig ist
Der eigentliche Wert einer LTS-Version liegt nicht im einzelnen Feature, sondern in der Planbarkeit. Unternehmen wollen Betriebssysteme über Jahre einsetzen, ohne ständig die Basis wechseln zu müssen. Ubuntu 26.04 LTS verbindet diese Stabilität mit neuen Anforderungen aus KI, heterogenen Rechenumgebungen und stärkerer Sicherheitsregulierung.
Für Desktop-Nutzer ist die Version vor allem ein moderner, langfristig gepflegter Ubuntu-Zweig. Für Unternehmen ist sie eine Plattformentscheidung: Wer KI-Toolchains, Cloud-Workloads, Edge-Geräte oder industrielle Systeme langfristig betreiben will, bekommt mit Resolute Raccoon eine LTS-Basis, die stärker auf Sicherheit, Hardwarevielfalt und KI-Entwicklung ausgerichtet ist als frühere Versionen.